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Archive for März 2012

In meiner Einleitung zu diesem Blog habe ich bereits dargestellt, dass man leider viel zu oft den Hang hat politische Entscheidungen devot hinzunehmen. Oftmals mit der Vermutung, dass man als Einzelner eh nichts ändern kann. Auf der anderen Seite sind viele Dinge zu komplex, so dass es einfache Lösungen nicht gibt – ohne das nötige Fachwissen kann man sich dann keine fundierte Meinung erlauben oder politische Entscheidungen ernsthaft in Zweifel ziehen. Nachdem ich einiges zum Thema Musikschulen, öffentliche Förderung, Musikunterricht etc. gelesen habe, glaube ich dass die Kreismusikschule Osterholz nicht den politischen Stellenwert hat, den sie haben sollte. Ich frage mich, wen das eigentlich stört? OK, die Menschen die unmittelbar mit der Musikschule verbunden sind, stört das aus einem Eigennutz heraus. Dann kenne ich einige Eltern, die mit den aktuellenEntwicklungen rund um die Musikschule auch nicht besonders glücklich sind. Aber von einer breiten Masse kann man da noch nicht reden. Ist es eigentlich unmöglich mehr Menschen auch für solche „Randthemen“ zu interessieren und einige davon zu mobilisieren?

Ich glaube, das man das ewige Sparen an der Bildung unserer Jugend nicht weiter hinnehmen darf. Das eine musikalische Bildung auch das Bewahren einen kulturellen Schatzes ist will ich hier gar nicht strapazieren, da so etwas in den heutigen Zeiten leider kaum noch Stellenwert zu besitzen scheint. Aber die vielen positiven Vorzüge einer qualifizierten musikalischen Bildung habe ich hier ja auch bereits  ausgeführt – man kann es sich doch nicht einfach so gefallen lassen, das Politik diese Werte und diesen Nutzen einfach so unterpflügt. Ich bin mir recht sicher, dass das nur geschieht, weil es da einfach  so geht. Das geschieht so, weil wir es uns einfach gefallen lassen. Und ich bin mir sicher, dass es immer weiter gehen wird, immer dort wo es am wenigsten Lärm gibt. Da geht es dann auch nicht darum, sinnvoll zu handeln, sondern den Fluss des Sparens immer den Weg des geringsten Widerstandes laufen zu lassen.

Da mag es ganz passend zu sein, die Worte unseres neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck  als Apell zu verstehen. In seiner Antrittsrede  ruft er  ausdrücklich zum außerparlamentarischen Engagement zum Ausgleich von Mängeln der parlamentarischen Demokratie auf:

Nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und darüber hinaus ist die repräsentative Demokratie das einzig geeignete System, Gruppeninteressen und Gemeinwohlinteressen auszugleichen.

Es handelt sich um ein lernfähiges System. Neben den Parteien und anderen demokratischen Institutionen existiert eine aktive Bürgergesellschaft. Bürgerinitiativen, Ad-hoc-Bewegungen und Teile der digitalen Netzgemeinde ergänzen mit ihrem Engagement, aber auch mit ihrem Protest die parlamentarische Demokratie und gleichen Mängel aus.

In diesem Sinne kann ich nur dazu aufrufen, die eigene Stimme gegen solche Ungerechtigkeiten zu erheben. Wir müssen uns nicht immer alles gefallen lassen. Ob man selber der Weg des geringsten Widerstandes für die politisch Verantwortlichen ist, hat man zum großen Teil selber in der Hand! Ich werde in jedem Fall meine Stimme erheben und nach meinen Möglichkeiten Licht auf die Ungerechtigkeit werfen, die der Kreismusikschule angetan wird. Es muss eine gemeinsames Ziel werden, bessere Bedingungen für die Kreismusikschule zu schaffen und durch mehr Öffentlichkeit die politisch Verantwortlichen davon zu überzeugen Bildungsangebote im Sinne unserer Kinder nicht weiter zu beschneiden. Ansonsten wird das Besparen der Kreismusikschule durch den Landkreis garantiert nicht der letzte Akt bleiben, sonder der Auftakt des bildungspolitischen Ausverkaufs im Landkreis.

Abschließend will ich nochmal unseren Bundespräsidenten aus einer Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele 2011 zitieren, die den Stellenwert der musikpädagogischen Arbeit aus seiner Sicht darstellt (http://www.musikschulen.de/aktuelles/news/index.html?newsid=243):

Und nun zum Schluss wollen wir von dieser Stelle aus alle die, die junge Menschen zur Kunst führen, grüßen. Wir grüßen die, die in den Jugendmusikschulen, den Konservatorienund Hochschulen arbeiten, in Musik- und Kunstvereinen, die in Theatern und Theaterwerkstätten arbeiten. Wir grüßen alle Schulen des Landes, in denen engagierteLehrkräfte kleine Augen und kleine Ohren öffnen bei denen, die – wenn wir nicht mehr sind –dieses Europa zu gestalten vermögen. Wir grüßen sie von Herzen, denn wir wissen, Europas Kultur wird nicht nur von den Festivals, den großen wie den kleinen Europas geschaffen, sondern von diesen Menschen, die ganz früh damit anfangen, Menschen zu lehren, welche unglaublichen Potenzen und Möglichkeiten in ihnen stecken. Wir grüßen sie und wünschen, dass sie uns bald begegnen.

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Es ist wieder mal typisch, dass hier die politisch Verantwortlichen des
Kreises gerade auf Kosten der Kinder und Jugendlichen sparen wollen. Das Ganze wird unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit argumentiert, weil z.B. Einzelunterricht eine Art von Eliteförderung sei, die nur einen kleinen Teil der Bevölkerung bevorteilt. Das Handeln der Verantwortlichen des Kreises bevorzugt aber gerade eine Finanzelite, die anscheinend keine Probleme haben immer höhere Summen für eine kulturelle Ausbildung Ihrer Kinder zu bezahlen. Kinder aus anderen Schichten sollen in dieser Logik schon früh eine zwei Klassenmechanik zu spüren bekommen. Das volle Angebot mit allen Möglichkeiten und angemessener Förderung der Talente nur noch für die Wohlhabenden, Basisprogramm und Reihenbehandlung für die Masse. Das ein Angebot einer Musikschule nur von einen schmalen Teil der Gesellschaft Anspruch genommen wird, liegt in der Neigung und dem unterschiedlichen Interesse der Kinder und Jugendlichen, den Prioritäten der Eltern sich finanziell an der Bildung der Kinder zu beteiligen aber vorallem auch an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Der Kreis sollte eigentlich stark daran interessiert sein mehr Kindern eine qualitativ hochwertige Musikausbildung zu ermöglichen. Er handelt aber so, dass das Angebot kultureller Ausbildung sich verschlechtert und Qualität nur noch einem kleinen elitären Kreis ermöglich wird. Anstatt seinen Beitrag zur Unterstützung der KMS zu erhöhen, damit z.B. die Kosten für den Einzelunterricht für mehr Familien bezahlbar wird, spart der Kreis die KMS systematisch kaputt. Aber vielleicht ist nachhaltiges und weitsichtiges Handeln von politisch Verantwortlichen in heutigen Zeiten auch zu viel verlangt, schade, dass es mal wieder die eigentlichen Zukunftsträger unserer Gesellschaft trifft – die Kinder und Jugendlichen.

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Bei meinen Recherchen zu diesem Blog habe ich zahlreiche Quellen studiert und den ein oder anderen interessanten Aspekt entdeckt. In diesem Artikel will ich näher auf eine Besonderheit des Landkreises eingehen. Als Bürger des Landkreises fragte ich mich wie es eigentlich wirtschaftlich um den Landkreis bestellt ist. Ich wollte wissen, ob es dem Landkreis wirklich so überdurchschnittlich schlecht geht, das er seine Musikschule überdurchschnittlich schlecht finanzieren muss. Denn das ist klar, hierdurch werden die Eltern der Musikschüler überdurchschnittlich stark zur Kasse gebeten (das anderen Eltern die Nutzung der Musikschule für ihre Kinder dadurch sogar unmöglich gemacht wird, soll hier heute mal nicht das Thema sein). Den Grund dafür wollte ich gerne herausfinden; welche Rechtfertigung könnte es da für den Landkreis geben?

Auf die Schulden des Landkreises bin ich ja schon zum Teil eingegangen, das ist in der Tat traurig. Wenn man die doch sehr limitierte Unterstützung der Musikschule durch den Landkreis betrachtet, sollte relativ sicher sein, dass die Kreismusikschule nicht der Verursacher des Haushaltsproblems sein kann. In den letzten Jahren lag die jährliche Unterstützung des Landkreies bei knapp 130.000€. Der Gesamthaushalt des Landkreises lag z.B. 2011 bei über 140 Mio.€. Die Förderung der Schule als freiwillige Leistung des Landkreises macht also nur 0,9 Promille des Kreishaushaltes aus (anders gesagt, könnte der Kreis über 1000 Musikschulen bei 140Mio.€ finanzieren – nur um einer Vorstellung von den Zahlen zu bekommen). Aber das soll nur eine kleine Seitenbemerkung sein.

Aber zurück zum Thema: geht es dem Landkreis nun so schlecht, dass er Kosten auf die Einwohner verlagert, die in den meisten Gegenden Deutschlands in viel stärkerem Maße von den Kommunen getragen werden? Ein Vergleich von Landkreisen die ich gefunden habe, stammt von Focus Online:

http://www.focus.de/immobilien/kaufen/tid-24265/landkreis-ranking-2011-deutschlands-erfolgreichste-landkreise_aid_687123.html

In diesem Ranking wurde auch die Wirtschaftskraft der unterschiedlichen Landkreise bewertet. Insgesamt liegt der Kreis Osterholz immerhin auf Platz 154 von 393 Landkreisen. Also das kann dann doch nicht unbedingt der Grund für die so geringe öffentliche Förderung des Kreismusikschule sein. Klar, bleiben immer noch die Schulden des Landkreises! Aber vielleicht könnte man auch mal anfangen bei den Verursachern der Schulden anzusetzten – manchmal macht die Beachtung des Verursacherprinzips wirklich Sinn. Und der entscheidende Nachteil für den Landkreis gerade bei der Kreismusikschule zu sparen ist, dass es am Ende nur maximal 0,9 Promille des Gesamthaushaltes betreffen wird. Gut ich bin kein Haushaltsexperte, aber ich glaube diesen Zusammenhang verstehe ich sogar.

Da ich immer noch nicht schlauer geworden bin, habe ich meine Suche nach dem Grund fortgesetzt. Dabei bin ich dann über diese Quelle gestolpert.

http://www.komsis.de/rd=0033560000/sisearch/profil_25.html

Das was ich da gesehen habe, hatte ich mir vorher nie so richtig klar gemacht. Ich kann das hier nur sehr Laienhaft erklären, aber ich versuche das mal. Man betrachte nur mal die folgende Tabelle von dieser Seite:

€ je Einwohner
(Landkreis Osterholz)
im Landesvergleich
(Land=100 %)
Gewerbesteuereinnahmen (netto) 2010: 152,08 52 %
Gemeindeanteil an Einkommensteuer 2010: 288,86 113 %

Der Landkreis hat hier zwei Finanzierungsquellen:

  • Gewerbesteuereinnahmen
  • Den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer

Dabei stammen fast 2/3 der Einnahmen aus der Einkommensteuer und etwas über 1/3 aus der Gewerbesteuer. Vergleicht man das dann noch mit dem Landesdurchschnitt (Landesvergleich) erkennt man, dass die Gewerbesteuer unterdurchschnittlich ist die Einkommensteuereinnahmen aber über dem Durchschnitt liegen. Bevor es jetzt zu langweilig wird, was sagt uns das eigentlich jetzt? Ganz wichtig, diese Situation ist nicht der Standard in Deuschland!

Der Landkreis profitiert enorm von der Lage im Speckgürtel von Bremen, denn gearbeitet wird in Bremen und seine Steuer bezahlt der Einwohner im Landkreis. Die Unternehmen spielen bei der Finanzierung des Landkreises eine nachgelagerte Rolle. Wenn man dann noch genauer schaut, sieht man, dass Handel und Dienstleistung für gut 75% der Gewerbesteuereinnahmen verantwortlich sind. Typischerweise, sind auch hierfür die Bürger als Kunden im Landkreis ein wichtiger Faktor. Kurzum, ohne die vielen Bürger, die außerhalb des Landkreises für Wertschöpfung verantwortlich sind, aber im Landkreis leben, wirtschaften und Einkommensteuer zahlen, würde der Landkreis sehr schlecht aussehen.

Anstatt zu verstehen was die Rechtfertigung des Landkreises ist, die Kosten für die Musikschule überproportional auf seine Bürger zu verlagern, habe ich jetzt herausgefunden, dass die Situation noch viel unverständlicher ist. Ein Landkreis, der so stark von seinen Bürgern abhängt, kann doch z.B. bei den Musikschulgebühren nicht auch noch so – sagen wir mal – „dreist„, zulangen. Haben wir da nicht einen – sagen wir mal – „moralischen“ Anspruch, dass unseren Kindern auch ausserschulische Bildungsangebote erschwinglich nutzbar werden? Wie gesagt, das hatte ich mir selber nie so klar gemacht, aber dieser Zusammenhang hat mich schon ärgerlich gemacht.

Dass der Landkreis die Kreismusikschule durch sein – für meinen Geschmack – unangemessenes Eingreifen in den Betrieb in große Existenznöte treibt, hatte ich ja schon beschrieben. Aber es ist darüber hinaus nicht zu akzeptieren, dass dem Bürger in solchen elementaren Anliegen wie eine erschwingliche und eigenständige Musikschule (die dann auch noch im Bereich von „Haushaltspromillen“ liegen) so mitgespielt wird. Den Grund warum der Landkreis seine Bürger nun so unangemessen belastet, habe ich aber nicht herausfinden können. Vielleicht macht der das auch nur, weil er meint das machen zu können?

Wenn der Landkreis durch sein agieren in absehbarer Zeit das Ende der Kreismusikschule zu verantworten hat, sollte das jedem der sich in diesem Landkreis ansiedeln möchte, zum nachdenken bringen. Das kann man den politisch Verantwortlichen im Landkreis nicht empfehlen! Ich würde das nicht unterschätzen. Gerade Familien in Gründung mögen da sehr sensibel reagieren, wenn Bildungsangebote in der eigenen Region immer stärker beschnitten werden. Wenn immer mehr Bürger den Landkreis wegen solcher Aktionen verschmähen, stellt man vielleicht fest, dass es am Ende wirklich der Bürger war, der den Landkreis finanziert hatte.

… Nicht das es dann zu spät ist!

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Aus der „ich“ Perspektive sehe ich natürlich einen sehr großen Wert darin, dass unsere Kinder ein Instrument in einer professionellen Musikschule mit gut ausgebildeten Musiklehrern lernen. Es ist einfach faszinieren zu sehen, was es den Kindern gibt, sich selber mit viel Spaß und Engagement den stetig wachsenden Herausforderungen zu stellen und diese dann zu bestehen. Es ist eine intensive Erfahrung für meine Kinder, wenn nach fleißigem Üben, auch nach häufigem Frust, kleineren Erfolgen, zähem Durchbeißen, am Ende das Beherrschen einer zuvor unmöglich geglaubten Aufgabe steht. Dabei ist es natürlich wichtig, das das Kind nicht vom Ehrgeiz der Eltern getrieben wird, sondern dass auf die wachsende Selbstmotivation gesetzt wird. Das ist aber gerade das schöne am Musizieren, das sich die Anforderungen immer wieder an das Können der Kinder anpassen. Am Ende ist dann jeder Berg den das Kind selber erklommen hat sein persönlicher Mount Everest. Hier ist natürliche die einfühlsame Arbeit der Musikschulpädagogen entscheidend, die es denen es gelingen muss, diese Grenze immer wieder aufs neue genau auszuloten.

Gerade im Musikunterricht erkennen unsere Kinder, dass die Musiklehrer einen großes Können besitzen und vermitteln wollen, das die Kinder nach und nach weiter bringt. Dieser Bezug zum „etwas gesagt und gezeigt bekommen“ und es bald darauf „selber zu können“ ist so wunderbar unmittelbar. Viele unserer Erziehungsversuche scheitern doch genau an einer unglaublichen Abstraktheit. Wir als Eltern, die Lehrer in der Schule und das Leben ganz allgemein: oft bekommen die Kinder nur gesagt das etwas wichtig und notwendig ist. Wirklich erfahren können die Kinder das in der Regel nicht (bis auf wirklich elementare Dinge im Leben). Ich bin mir sicher, dass das Erlernen eines Instrumentes unsere Kinder auch für das Erlernen  anderen Wissens geöffnet hat und ihnen Respekt vor anderen Wissensträgern gegeben hat, die ihnen etwas vermitteln können.

Dann sind da noch die Erfahrungen, wenn gemeinsam mit anderen Musikschülern im Rahmen von Ensemblearbeit geprobt und aufgetreten wird. Generell sind gerade auch die Auftritte, auch bei Einzelvorspielen, eine großartige Erfahrung für die Kinder. Gerade wenn man erfährt, dass wenn es mal nicht so perfekt gelaufen ist, der Applaus der Zuhörer um so warmer scheint. Ich könnte nun noch unzählige andere Aspekte nennen, die mir allein aus meiner eigenen Beobachtung einfallen würden, aber dann wird dieser Text wirklich viel zu lang. Wir sind froh, dass unsere Kinder mit dem eigenen Musizieren eine echte Alternative z.B.  zu Computer und Fernsehen haben, die eh schon viel Raum im Leben der Kinder einnehmen.

Es ist also diese Mischung aus

  • dem Bewältigen können einer unmöglich scheinenden Aufgabe;
  • seinen Gefühlen einfach mal freien Lauf lassen zu können;
  • dem Erkennen des Zusammenhangs von Zuhören, stetigem Üben, dem Überwältigen von Frust, der Freude an den kleinen Erfolgen und letztendlich dem Meistern einer großen Aufgabe;
  • dem „sich einfach trauen“ etwas herausforderndes einem Publikum zu präsentieren;
  • die Ensemblearbeit mit Disziplin und Freude für das Gruppenerlebnis zu betreiben;
  • der Anerkennung von anderen Menschen, etwas besonderes zu können;
  • dem Wissen einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten zu können, wenn man im Rahmen z.B. eines Gottesdienstes, einer Ferienfreizeit oder einer Schulaufführung ein Musikstück vorspielt;
  • der Möglichkeit in einer immer stärker fordernden Umwelt, dem eigenen Stress mit dem Musizieren zu bewältigen;
  • den großen Spass und den Emotionen die mit dem Musizieren verbunden sind;
  • vielen weiteren Aspekten.

Es ist schade, dass die dargestellten positiven Effekte vielen anderen Kindern aufgrund der sehr hohen Kosten für die Musikschule versperrt bleiben. Ich sehe in jedem Fall viele positive Aspekte in der musikalischen Erziehung, von denen die Gesellschaft auch langfristig profitieren wird. Natürlich muss man sich das auch leisten wollen und eigene Prioritäten setzen worin man langfristig investieren will. Dennoch darf es nicht sein, dass der Zugang zum vollen Angebot einer Musikschule für viele Eltern einfach unerschwinglich ist – das war doch gerade der Grund warum es Musikschulen gibt. Deswegen brauchen die Schulen auch eine seriöse öffentliche finanzielle Unterstützung.

In vielen Quellen kann man über viele weitere positive Auswirkung der musikalischen Bildung lesen, die sich mit der Stärkung kognitiver Fähigkeiten,  der Auswirkung auf das Lernen im allgemeinen bis hin zur Steigerung der Intelligenz durch das Musizieren auseinandersetzen. Einen guten Überblick findet man z.B. hier. Dieser Artikel schliest mit einem Zitat, mit dem ich auch gerne schließen möchte:

„Und daher ganz zum Schluss ein Appell: Musik und Musizieren brauchen keine vordergründige Legitimation, niemand würde auf die absurde Idee kommen, Musik zu machen, um intelligent zu werden. Nein, Musik ist eine menschliche Notwendigkeit und ein Teil unseres Lebens. Der Umgang mit Musik gehört in unsere Gesellschaft, weil Musik eine der wenigen Möglichkeiten darstellt, Zugang zu den Dimensionen des Unaussprechlichen zu finden. In einer Welt der alles überflutenden medialen Geschwätzigkeit von Talkshows, Big-Brothers und Reality-TV brauchen wir Reservate des Nicht-mit-Worten-Sagbaren und Schutzzonen der Emotionen. „


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In meinen Leitartikeln habe ich mich bemüht auch die Hintergründe zu meinen Ausführungen anzugeben. Es geht hier nicht rein um meine eigene Meinung! Gerade durch die unabhängigen Referenzen sollte klar sein, dass der Landkreis die Musikschule nicht so „stiefmütterlich“ behandeln darf. Da die Texte dardurch sehr lang geworden sind, wollte ich regelmäßig Zwischenstände zu dem geschriebenen Ausführungen liefern.

In „Was macht die Musikschule teuer“ habe ich gezeigt, dass der Landkreis der Hauptverursacher der hohen Gebühren der Kreismusikschule ist, da die öffentliche Förderung weit unter dem Landesdurchschnitt liegt. Das die Musikschule effizient arbeitet hat sie über Jahre wegen der minimalen Förderung bewiesen. Steigerung des Preisindex und tarifliche Anpassungen der Gehälter, machen eine Erhöhung der Förderung nötig. Da die Gebühren schon zu den Höchsten in Niedersachsen und vermutlich auch in Deutschland gehören, muss nun endlich die öffentliche Förderung angehoben werden. Der Landkreis zeigt sich marginal dazu bereit, zwingt aber die Kreismusikschule zu strukturellen Änderungen, die zukünftig die Existenz der Schule gefährden wird.

Der Landkreis verlangt, dass zukünftig der Einzelunterricht vollständig durch die Eltern finanziert werden muss, da er als Luxus verstanden wird. Das führt aber dazu das Einzelunterricht oder Gruppenunterricht, die Frage nach Reich und Arm wird. Diese Unterscheidung geht aber vollständig am pädagogischen Konzept der Musikbildung vorbei, wie eine Vergleich von Expertenmeinungen deutlich zeigte. Das Konzept des Landkreises ignoriert dieses Expertenwissen und zwingt die Musikschule ein zwei-klassen System einzuführen. Einzelunterricht darf kein Privileg der Besserverdienenden und Hochbegabten sein. Der Landkreis trägt die Verantwortung, dass den meisten Bürgern zukünftig, der Einzelunterricht aus finanziellen Gründen verwehrt bleibt. Kinder werden nicht aus Luxus zur Musikschule geschickt, sondern die Politik macht die Musikschule erst zum Luxus!

Die Studie der Bertelsmann Stiftung „Deutscher Lern-Atlas“ hat den Landkreis in Sachen Bildung auf die hinteren Ränge verwiesen. Der Landkreis wehrt sich gegen diese Darstellung und sieht gerade Bildung als wichtigen Faktor im Demographischen Wandel als Region bestehen zu können. Es stellt sich die Frage, warum die Musikschule als wichtige Bildungseinrichung beim Landkreis offensichtlich so einen geringen Stellenwert besitzt. Dabei kennt sogar der Deutsche Städtetag den Bildungsauftrag der Musikschulen als gesellschaftlich wertvoll an und sieht die Bedeutung und Notwendigkeit einer öffentlichen Förderung.

Durch die Medien entsteht der Eindruck, dass die Musikschule (zumindest wenn es um die Finanzen geht) ein Prinzipschuldiger ist. In solchen Artikeln finden sich wenig positive Worte über die Arbeit der Musikschule. Es wirkt auf mich als wenn diese Einrichtung das ungeliebte Kind des Landkreises ist – dessen große gesellschaftliche Bedeutung zu gerne vergessen wird (denn sie kostet leider Geld). In einem Zeitungsartikel über den aktuellen Haushalt des Landkreises wird über 7.6 Mio.€ Schulden berichtet, wobei 1/3 dieses Artikels die Budgetanhebung der Musikschule um 10900€ thematisiert. Das sind gerade mal 1.4 Promille der Schulden.

Ich denke die Kreismusikschule ist ein plakatives Sparobjekt. Es ist ein Exempel, das unter großem Showgetöse regelmäßig durch die politisch Verantwortlichen auf dem Altar des Sparzwanges geopfert wird. Die Medien stellen das Spektakel gerne regelmäßig gerne zur Schau. Und anscheinend stört gerade dieses Opfer den größeren Teil der Bevölkerung nicht besonders, da der Landkreis mit seiner Einzelunterrichtslegende genau den Brennstoff für eine Neid- und Elitedebatte liefert. Und so fragt dann auch keiner, was mit dem anderen 99,86% der Schulden ist. Eine politische Führung mit Verstand und Weitblick hatte ich mir immer etwas anders vorgestellt.

Ich fände es wunderbar, wenn mehr Menschen anfangen diesen sehr durchschaubaren Mechanismus zu zerlegen, und die Verantwortlichen zurück auf ihre Plätze verweisen – oder sonst wo hin.

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In diesem Artikel will ich erläutern warum die Kreismusikschule in Gefahr ist und warum solche Aussagen keine übertriebene Stimmungsmache sind. Ich bin mir sicher, dass einige Personen diese existentielle Notsituation herunterspielen werden, aber auch diesen Mechanismus versuche ich mal näher zu erläutern.

In den Medien liest man, dass der Landkreis die Musikschule nun endlich auf Spur gebracht hat und das Finanzproblem der Schule vorerst im Griff ist. Da mag man denken, dass jetzt alles super ist. Musikschule gerettet und im Abspann reiten die Helden in den Sonnenuntergang. Leider ist das zu schön um wahr zu sein!

Für mich als Aussenstehender ist die Lösung des Landkreises gerade so, als wenn der Fleischer einem Chirurgen erzählt wie er in Zukunft seine OPs zu machen hat. Das Führen einer Musikschule oder die Didaktik hinter dem Musikunterricht braucht Expertise. Eines der Gründe das der Verband Deutscher Musikschulen (VDM) von qualifizierten Musikschulen verlangt, dass die Lehrkräfte eine musikalische Fachausbildung besitzen müssen. Das die Politik und Verwaltung nun in den Betrieb der Musikschule „hineinregiert“ bedeutet nichts gutes. Die Personen, die dafür verantwortlich sind, dass die Förderquote im Vergleich zum Landesdurchschnitt für die Musikschule existentiell geworden ist, diktieren der Schule nun, wie der Betrieb zu laufen hat. Ich sage nur: Fleischer, … Leider geht es diesen Personen nicht um Qualität, sondern um das blanke Sparen – dem Sparen an der Jugend, dem Sparen an der Bildung, dem Sparen von gesellschaftlich wertvollen Freizeitangeboten im Landkreis Osterholz.

Der Deckmantel ist die Verteilung der Zulagen von den Reichen zu den Armen – faktisch bedeutet diese Verteilung aber, das der Musikschule ein großer Teil der bürgerlichen Mitte wegbrechen wird. Ein großer Teil dieser Mitte wird sich die geplanten Gebühren nicht mehr leisten können. Einige dieser Bürger werden ihre Kinder nicht dem zwei-Klassen-Denken des Landkreises unterwerfen, weil es für viele Kinder mit ihrem Ausbildungsstand keinen Sinn macht, sie in den Gruppenunterricht zurückzustufen. Sparen führt somit unweigerlich zum Qualitätsverlust – und der größte Teil der Kosten wird immer noch von den Eltern aufgebracht – aber für sinkende Qualität wird auch diese Bereitschaft sinken. Abmeldungen, sinkende Schülerzahlen, wachsende Leerzeiten, weniger Einnahmen, sinkende Kostendeckung – alles das wird durch die verbliebenen wenigen Eltern, die nun den Einzelunterricht selber finanzieren, nicht gedeckt werden können. Wieder Finanzprobleme, weitere Gebührenerhöhungen, die sich nun auf den Gruppenunterricht auswirken werden, da es beim Einzelunterricht nichts mehr zu erhöhen gibt. Der Exitus ist dann nicht mehr zu vermeiden!

Nun könnte der Landkreis natürlich sagen, das wegbrechende Kunden das Problem der Musikschule ist. Dann muss die Kreismusikschule halt ein besseres Angebot entwickeln – und so etwas sagen Verantwortliche ganz gerne. Wo sind denn aktuell die vielen Kritiker der Kreismusikschule? Von den Schülern habe ich nicht gehört das das Angebot verbessert werden muss – viele Kinder lieben diese Schule. Die Eltern klagen wegen der unmöglich hohen Kosten (was nicht Schuld der Musikschule ist). Ich glaube, da kann gar nicht viel von Seiten der Musikschule verbessert werden. Der Kreis hat das größte Verbesserungspotential unter seiner Kontrolle: Eine seriöse finanzielle Unterstützung – das ist das einzige Verbesserungspotential was ich sehe. Das würde noch mehr Schülern den Zugang zum Musikunterricht ermöglichen und für eine bessere Ausstattung der Schule sorgen. Ich bin mir sicher, das dann der absolute finanzielle Beitrag, der von den Eltern erbracht wird durch steigende Schülerzahlen sogar weit über dem jetzigen liegen würde. Weil der Mensch halt lieber in Qualität investiert, wenn er die Möglichkeit hat.

Ich könnte mir gut Vorstellen, dass der Landkreis mit Überzeugung behaupten wird, dass die Musikschule eine wichtige Einrichtung im Landkreis ist, die erhalten werden muss. Er wird aus vollem Herzen sagen, das er schon weit über seine Möglichkeiten gegangen ist, die Musikschule zu unterstützen. Er wird darauf hinweisen, das mit dem nun eingeführten Sozialfond auch die unteren sozialen Schichten endlich die Möglichkeit erhalten, am Musikschulunterricht teilhaben zu können. Man solle nun endlich mit dem Jammern aufhören und einfach seine Arbeit gut machen, dann wird sich schon zeigen das der Knoten endlich geplatzt ist.

Und wenn die Musikschule so wie oben beschrieben gegen die Wand gefahren ist – Exitus? Dann war es mit Sicherheit die mangelnde Überzeugung der Verantwortlichen der Musikschule, das falsche Angebot, die unmotivierten Musikpädagogen. Ich weiß, das klingt echt zynisch – aber das Muster ist leider hinlänglich bekannt. Es kann gar nicht an dem Vorschlag des Landkreises gelegen haben. Denn die Idee ist gut, und richtig und wurde ja auch so von einer Mehrheit demokratisch beschlossen. WAS? WIR SOLLEN DIE MUSIKSCHULE KAPUTTGESPART HABEN – LÄCHERLICH?

Mir liegt es sehr am Herzen, dass man diesen Mechanismus durchschaut!

Ich habe das sehr ungute Gefühl, das die Musikschule das ungeliebte Kind des Landkreises ist. Etwas seltsam war es schon immer – und so richtig verstanden hat es auch keiner. Es nervt immer nur weil es noch mehr Geld will – und wir wollen auch gar nicht sehen was es alles so treibt.

Was, ich übertreibe? Da habe ich eine ganz einfache Übung! Man lese nochmal den Artikel über das verzerrte Bild in der Presse, wenn es um die Finanznot der Musikschule geht. Ja, bitte ruhig auch mal in die verlinkten Zeitungsartikel hineinsehen. Mit dieser Stimmung dann bitte den hier verlinkten Artikel studieren. Erledigt? OK, was fällt uns auf? Ich gebe es zu es hat mich sehr nachdenklich gemacht: Wann habe ich gelesen, dass die Politk sagt „Die Kreismusikschule hat fantastische Arbeit gemacht“ wenn es um finanzielle Unterstützung ging. Wann hat die Politik jemals öffentlich anerkannt, dass es Preissteigerungen und tarifliche Anpassungen auch bei der Kreismusikschule gibt. Wann gab es ein Bewusstsein, das Sparen ein nicht wiedergutzumachendes Loch reißen würde? Ach ja, es geht ja hier auch um Erwachsenenbildung – da ist dann wohl auch eine erwachsene Unterstützung selbstverständlich. Ich will hier Bredbeck nicht seinen Zuschuss neiden, sondern ich beneide Bredbeck um die Würdigung, die der Einrichtung von der Politik entgegengebracht wird. Wenn ich an der Musikschule arbeiten würde, ich würde mich richtig schlecht fühlen. Leider bin ich unbedeutend aber ich sage es aus tiefer Überzeugung: „Liebe Kreismusikschule, ihr macht eine fantastische Arbeit – Danke!“

Die Gefahr, in der die Musikschule sich befindet, ist genau diese fehlende „Liebe“ der Politik. Welcher Schaden entsteht eigentlich, wenn die Musikschule schließen muss? Aus Sicht eines klammen Landkreises könnten doch die dann restlich gesparten Euros ein nettes Argument sein, oder? Man kann doch nicht ernsthaft wollen, dass diese für unsere Kinder und Jugendlichen so wertvolle Institution kaputt gemacht wird? Aus meinem Verständnis heraus handelt es sich dabei nicht um eine sehr theoretische Gefahr, sondern es ist eine sehr reale und sehr existentielle Bedrohung! Und wenn die politisch Verantwortlichen das wirklich geschehen lassen würden, dann bin ich zumindest zuversichtlich, dass sie die Konsequenzen auch tragen müssen.

Aber mal ganz ehrlich – das wäre ein schwacher Trost!

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Mit diesem Posting will ich wirklich niemand provozieren, aber man wird  sich ja wohl noch seine Gedanken machen dürfen. Ich möchte hier mal Bezug zum Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung nehmen, die bei den Vertretern des Landkreises mit herber Kritik bedacht wurde. Das das Resultat dieser Studie den Landkreis nicht glücklich gemacht hat, ist verständlich. Denn von deutschlandweit 144 bewerteten Kreisen hat der Landkreis Osterholz Platz 121 belegt.

Wer sich selber einen Überblick verschaffen möchte findet die Studie hier. Das spezielle Profil des Landkreis Osterholz findet sich hier: Deutscher-Lernatlas – Profil des Landkreis Osterholz (http://www.deutscher-lernatlas.de).

Ob die Studie nun richtig ist oder falsch ist, da will ich mir wirklich kein Urteil erlauben. Wichtig scheint es, dass dem Verantwortlichen des Landkreises die Bildung ein wichtiges Anliegen ist. In dem oben zitierten Artikel des Weser Kuriers wird die Sorge geäußert, dass ein schlechter Eindruck dem Landkreis angesichts des Demografischen Wandels schaden könnte. Ja, es gibt tatsächlich Menschen, denen gute Lernbedingungen am Wohnort wichtig sind. Denn gerade wenn man sich als Familie niederlässt, haben interessierte Eltern ein Auge darauf, dass ihren Kindern gute Bildungsangebote gemacht werden. Das ist dann auch entscheidend für die Wahl eines Wohnortes. Ich finde es gut, das die Vertreter des Landkreises überzeugt sind, das Osterholz eine bessere Positionierung verdient hat.

Das Angebot der Kreismusikschule ist ein Bildungsangebot. Auch wenn man in machen Dokumenten des Kreises lesen kann, das die Musikschule der bestbezuschusste Verein im Landkreis ist – muss man doch deutlich darauf hinweisen, das die Musikschule eine Schule ist. Und diese Schule vermittelt vornehmlich Kindern und Jugendlichen ein sehr anspruchsvolles Bildungsangebot mit großem gesellschaftlichem Nutzen.

Ich achte die Arbeit, die von den politisch Verantwortlichen im Landkreis geleistet wird und ich will sie da gerne an ihren Worten messen. Ich bin mir sicher, dass auch das Vorhandensein einer selbständigen nicht mangelfinanzierten Musikschule ein großer Wert für Eltern auf der Suche nach einem dauerhaften Wohnort ist. Ich fände es toll, wenn hier der Kreis und die Gemeinden

  • ihre Kreismusikschule stärken würden,
  • sie respektieren und ihre Leistung achten würden,
  • den Unterricht mit einer seriösen öffentlichen Unterstützung erschwinglich halten würden
  • und gemeinsam mit der Musikschule an einem Strang ziehen würden, um unseren Nachbarn ganz selbstbewusst zu zeigen wie ernst es dem Landkreis mit seinem breiten Bildungsangeboten wirklich ist.

Und wenn wir das dann erreicht haben, dann würde ich mich auch persönlich über ein schlechtes Ranking in einem Lern-Atlas aufregen und hinausrufen, das wir eigentlich eine bessere Position im Ranking verdient hätten!

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